Schätzung der glomerulären Filtrationsrate für Erwachsene. Komma oder Punkt als Dezimalzeichen möglich.
„G“ beschreibt die Höhe der geschätzten Filterleistung der Nieren. Je kleiner die Zahl der eGFR, desto stärker ist die Filterleistung vermindert. Die Grenzen beziehen sich auf ml/min/1,73 m².
| Kategorie | eGFR | Bedeutung |
|---|---|---|
| G1 | ≥90 | Normale oder hohe Filterleistung |
| G2 | 60–89 | Leicht verminderte Filterleistung |
| G3a | 45–59 | Leicht bis mäßig verminderte Filterleistung |
| G3b | 30–44 | Mäßig bis deutlich verminderte Filterleistung |
| G4 | 15–29 | Stark verminderte Filterleistung |
| G5 | <15 | Sehr stark verminderte Filterleistung / Nierenversagen |
Wichtig: G1 und G2 allein begründen keine Diagnose „chronische Nierenerkrankung“. Dafür muss zusätzlich ein Hinweis auf eine Nierenschädigung bestehen, zum Beispiel wiederholt erhöhtes Albumin im Urin. Auch eine eGFR unter 60 ist erst bei einer Dauer von mindestens drei Monaten ein Hinweis auf eine chronische Erkrankung. Zur Einordnung gehören Verlauf und Urin-Albumin/Kreatinin-Quotient (uACR).
Die Formeln setzen standardisierte Messverfahren und eine stabile Nierenfunktion voraus. Bei rasch wechselndem Kreatinin, Schwangerschaft oder ungewöhnlicher Muskelmasse ist die Schätzung eingeschränkt. Der Cystatin-C-Wert kann bei abweichender Muskelmasse zusätzliche Information geben. Keine Grundlage für eine eigenständige Änderung von Medikamenten.
Quellen: NKF: Kreatininformel, NKF: kombinierte Formel, NKF: G-Kategorien.